Intensive familienanaloge Leistung gem. § 27.2 SGB VIII - B 1
Da im Rahmen der Jugendhilfe auf stationäre Settings nicht vollständig verzichtet werden kann, stellt sich die Frage, wie stationäre Settings so gestaltet werden können, dass bestehende Bindungen zwischen Eltern und Kindern anerkannt und erhalten werden können und darüber hinaus ein gemeinsames Leben von Eltern und Kindern angeregt werden kann.
Wenn dies gelingt, ist sowohl nach den Erkenntnissen der Bindungsforschung als auch der systemischen Therapie davon auszugehen, dass Hilfen zur Erziehung eine nachhaltigere Wirkung zeigen als es heute der Fall ist.
Die Intensive familienanaloge Leistung scheint hier neue Möglichkeiten aufzuzeigen, denen sich der Träger Kindeswohl-Berlin e.V. stellen möchte.
Intensive familienanaloge Leistung - Merkmale:
- Die gesamte Familie zieht in eine Wohnung unseres Trägers um („Leben am anderen Ort“)
- Die Familie begibt sich in eine auch räumlich gekennzeichnete Betreuungssituation (Büro der Fachkräfte in der Wohnung der Familie; Hausrecht liegt bei unserem Träger; Nutzungsvertrag)
- Die Wohnung bietet ausreichend Platz für die Familie. Die Kinder wohnen in Ein- bis Zweibettzimmern mit Spielmöglichkeiten. Die Wohnung wird von der Familie möbeliert, kann aber auch durch den Träger Ergänzung erfahren (Eigentum des Trägers).
- Die Familie wird von zwei Fachkräften(Co-Betreuung) betreut auf der Grundlage von Eigenverantwortungsblättern
- Der maximale Zeitraum beträgt zwei Jahre; der Umfang für ein Kind liegt bei 20 Fachleistungsstunden/Woche, bei zwei und mehr Kindern jeweils 16 Fachleistungsstunden/Woche pro Kind. Die weitere Finanzierung erfolgt über das Jobcenter.
- Begegnungsraum für Soziale Interaktionen, Elternkurse etc.
- Marte-Meo
- Netzwerke
- Familienaktivierung, Ressourcenorientierung und Empowerment (Stärkung von Autonomie und Eigenmacht) als fachliche Leitbegriffe
Koordinatorin:
Anke Möller
Tel.: (+4930) 39 20 25 86
Fax: (+4930) 39 20 25 87
Mobil: (+49) 178 940 10 10
E-mail: moeller@kindeswohl-berlin.de